St. Reinoldi als Wahrzeichen in der Innenstadt ist seit mehr als fünf Jahrhunderten das musikalische Zentrum Dortmunds – auch und vor allem wegen der herausragenden Orgelbauten.

Bereits 1522 wird von einer prachtvollen Orgel berichtet. Ab 1909 erklang Musik in Gottesdiensten und Konzerten von der damals größten Orgel im westdeutschen Raum; sie fiel dem Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. In der Tradition dieser bedeutenden Walcker-Orgel wurde nach dem Krieg eine neue Walcker-Orgel gebaut. Doch im Laufe der Jahre entpuppte die sich mehr und mehr als Probleminstrument. Sie fiel oft aus und verursachte fortwährend Reparaturkosten. Drei Expertisen bescheinigten unabhängig voneinander: Weitere Sanierungen würden unrentabel sein.

Tradition verpflichtet: St. Reinoldi braucht gerade in diesen Zeiten eine neue Orgel, um die über Jahrhunderte aufgebaute Qualität zu wahren und Kirchenmusik auf höchstem Niveau zu halten. Daher wurde ein Wettbewerb für einen Orgelneubau ausgeschrieben.

Den Zuschlag für den Bau der neuen Orgel erhielt die renommierte Werkstätte für Orgelbau Mühleisen (Leonberg) – in bewährter Kooperation mit dem Architekturbüro Bernhard Hirche (Hamburg). Die zweiteilige Orgelanlage wird den mittelalterlichen Kirchenraum von zwei Standorten aus gleichzeitig beschallen. Beide Teilinstrumente – Hauptorgel und Chororgel – bilden zusammen ein hervorragendes innovatives Konzertinstrument mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten.

Im Juni 2020 sind die Bauarbeiten im Bereich der Chororgel aufgenommen worden. Die Einweihung ist für November 2020 geplant.
Mit Jahresbeginn 2021 starten die Baumaßnahmen für die Hauptorgel.